Leiterplattenbestückung — Grundlagen, Verfahren, Qualität

Inhaltsverzeichnis

Leiterplattenbestückung bei HORELEC: was wir für Sie machen

Eine fertige Leiterplatte ist noch keine Baugruppe. Erst wenn die Bauteile sauber aufgesetzt und verlötet sind, entsteht etwas, das später in Ihrem Gerät funktioniert. Genau diesen Schritt übernehmen wir bei HORELEC für Sie. Wir sind ein kleiner Schweizer EMS-Betrieb mit langjähriger Erfahrung in der Elektronikfertigung und arbeiten typischerweise für andere KMU, die einen verlässlichen Partner für Prototypen und Serien suchen. Auf dieser Seite erklären wir die Grundlagen der Leiterplattenbestückung Schritt für Schritt: wie eine Baugruppe bei uns entsteht, wann ein Betrieb wie unserer gut zu Ihrem Projekt passt und wann Sie woanders besser aufgehoben sind.

Schaubild zur Leiterplattenbestückung: bestückte Leiterplatte mit Bauteilen und den Verfahren SMT, THT sowie der Norm IPC-A-610.

Wie eine Baugruppe bei uns entsteht

Was wir von Ihnen brauchen

Damit wir loslegen können, schicken Sie uns drei Dinge: Ihre Leiterplatten, eine Stückliste mit allen Bauteilen und das sogenannte Bestückungs-Programm. Die Bauteile selbst können Sie uns mitliefern. In vielen Fällen übernehmen wir aber auch die komplette Materialbeschaffung für Sie. Das ist einer unserer Schwerpunkte: Wir kümmern uns um den Einkauf der Komponenten bei zuverlässigen Distributoren, prüfen Verfügbarkeit und Lieferzeiten, schlagen Alternativen vor, wenn ein Bauteil knapp ist, und lagern Ihre Komponenten bei uns ein, bis Ihr Auftrag in die Bestückung geht. Gerade in Zeiten angespannter Lieferketten ist das ein konkreter Mehrwert, weil wir früh reagieren können, wenn sich am Markt etwas tut. Mehr zum vorgelagerten Layout-Schritt finden Sie unter so entwickeln wir Leiterplatten für KMU.

Leiterplattenbestückung Grundlagen: die wichtigsten Stationen

Sobald Ihre Leiterplatten und die Bauteile bereit sind, geht es auf die Bestückungslinie. Damit ist der Maschinen-Verbund gemeint, der Ihre Bauteile automatisiert auf die Leiterplatte setzt und verlötet. Eine solche Linie besteht typischerweise aus einem Pasten-Drucker, einem Pick-and-Place-Bestücker für die SMD-Komponenten und einem Reflow-Ofen, in dem die Bauteile fest mit der Leiterplatte verbunden werden. Anschliessend prüft eine optische Inspektion jede einzelne Lötstelle. Wie wir SMD-Bestückung im Detail in unserem Betrieb umsetzen, lesen Sie im ausführlichen Beitrag. Und falls Sie wissen möchten, warum kleine Markierungen auf der Leiterplatte für die Genauigkeit so entscheidend sind: dazu haben wir die Bedeutung der Passermarker beschrieben.

Spezialfälle: Röntgen, Selektivlöten, Handarbeit

Bei komplexeren Baugruppen kommt zusätzlich die Röntgen-Prüfstation zum Einsatz. Mit ihr können wir Lötstellen sichtbar machen, die unter dem Bauteil verborgen sind und sonst nicht zu erkennen wären. Das ist zum Beispiel bei modernen Chip-Bauformen wie BGA oder QFN wichtig. Für Steckverbinder, Trafos und andere mechanisch belastete Bauteile ergänzen wir die Maschine durch Selektivlöten oder durch THT-Bestückung von Hand. Wenn ein Steckverbinder ohne Löten auskommen soll, ist Direktstecktechnik als Alternative zum Löten eine elegante Lösung, die wir Ihnen gerne im Detail beschreiben. So kombinieren wir auf einer einzigen Baugruppe verschiedene Verfahren, je nachdem, was Ihr Produkt braucht. Wer den ganzen Bestückungs-Schritt anhand eines konkreten Beispiels nachvollziehen möchte, findet unter wie wir eine Baugruppe sauber bestücken eine ausführliche Beschreibung.

Wann ein EMS-Betrieb wie HORELEC zu Ihrem Projekt passt

Unsere Stärke liegt bei Prototypen, Kleinserien und mittleren Stückzahlen bis hin zu einigen tausend Stück pro Auftrag. Das sind typische Grössenordnungen, mit denen Hersteller-Kunden zu uns kommen. Was unsere Kunden besonders schätzen: Sie haben bei uns einen festen Ansprechpartner, der Ihr Projekt von der ersten Anfrage bis zur Auslieferung begleitet. Sie müssen Ihren Auftrag nicht jedes Mal neu erklären, und wenn sich unterwegs etwas ändert, genügt meistens ein Anruf. Wir können solche Anpassungen oft kurzfristig einplanen, ohne dass mehrere Abteilungen erst zustimmen müssen.

Ein weiterer Vorteil unserer Grösse: Wenn Sie sich vor einem Auftrag selbst ein Bild machen möchten, lässt sich ein Rundgang bei uns innerhalb weniger Tage einrichten. Ein Besuch bei uns gibt Ihnen ein konkretes Gefühl dafür, wie wir arbeiten und mit wem Sie es tatsächlich zu tun haben. Übrigens beraten wir Sie gerne schon einen Schritt früher, nämlich bei der Frage, ob ein geplantes Leiterplatten-Layout fertigungsfreundlich ist. Mehr dazu lesen Sie unter wie wir Layouts mitentwickeln.

Und wann ein anderer Anbieter besser zu Ihnen passt

Wir glauben, dass Ehrlichkeit zum Anfang einer guten Zusammenarbeit dazugehört. Deshalb sagen wir auch klar, wofür wir nicht der richtige Partner sind. Wenn Sie eine ganz neue Schaltung von Grund auf entwickeln möchten, brauchen Sie ein Entwicklungs-Team und kein Bestückungs-Unternehmen. Wir können gerne beraten, ob Ihr Layout fertigungsfreundlich ist, aber die eigentliche Schaltungs-Entwicklung gehört in andere Hände. Genauso sind wir nicht der passende Anbieter, wenn Sie sechsstellige Stückzahlen pro Monat in einem industriellen Massstab fertigen lassen möchten. Für solche Aufträge sind grössere Anbieter mit anderen Produktionsstrukturen, oft im Ausland, besser aufgestellt. Wenn Sie nicht sicher sind, ob wir zu Ihrem Projekt passen, melden Sie sich gerne. Manchmal ist unsere ehrlichste Antwort eine Empfehlung an einen anderen Anbieter, und das ist auch in Ordnung.

Sprechen wir über Ihre Baugruppe

Wenn Sie konkret werden möchten, schicken Sie uns Ihre Stückliste und das Gerber-Paket. Damit haben wir alle Informationen, die wir für eine erste Einschätzung brauchen. Wir prüfen, ob Ihr Projekt zu unseren Bestückungs-Kapazitäten passt, und melden uns mit einer ehrlichen Rückmeldung. Das ist für Sie unverbindlich, und Sie sind zu nichts verpflichtet. Mehr zu unseren Angeboten finden Sie auf unsere Bestückungs-Leistungen.

Leiterplattenbestückung im Detail

Ablauf & Verfahren

Eine PCB-Bestückung durchläuft mehrere Stationen. Am Anfang steht der Pasten-Druck: Über eine Schablone kommt die Lötpaste auf die Leiterplatte. Der Bestückautomat setzt dann die SMD-Bauteile, automatisiert und in hoher Geschwindigkeit. Im Reflow-Ofen verbindet sich die Paste unter Hitze fest mit den Bauteilen, und eine AOI-Inspektion prüft jede Lötstelle auf Fehler. Kommen bedrahtete Bauteile dazu, folgt die THT-Bestückung mit Wellen- oder Selektivlöten. Jede Station übergibt sauber an die nächste. Der Ablauf ähnelt sich zwar in jedem EMS-Betrieb, doch den Unterschied macht die Ausführung.

Welches Verfahren passt, hängt von Bauteil-Typ und Stückzahl ab. Für grosse Serien führt kaum ein Weg an SMD vorbei: kleine Bauformen, hohes Tempo, automatische Inspektion. Bedrahtete Bauteile wie Steckverbinder oder Trafos brauchen dagegen THT. Für Sonderfälle greifen wir außerdem zu Pin-in-Paste, Selektivlöten oder Hand-Lötung. Wer Mischbaugruppen plant, kombiniert deshalb beide Technologien auf einer Linie. Auch die Lötpaste richtet sich nach dem Verfahren, bleifrei nach RoHS ist heute Standard, das Reflow-Profil stellen wir pro Baugruppe ein.

Der Massstab für die Qualität ist die Norm IPC-A-610. Klasse 2 deckt Industrie- und Konsumelektronik ab, Klasse 3 gilt dagegen für Medizin, Avionik und sicherheitskritische Anwendungen. Wir arbeiten in der Schweiz meist nach Klasse 2 und eskalieren gezielt auf Klasse 3, wo es nötig ist. Abgesichert wird das Ergebnis über AOI, Röntgen-Inspektion und elektrische End-Tests, dazu die Sichtprüfung am Mikroskop. Externe Werks-Audits ergänzen unsere interne Dokumentation, und Lieferanten-Bauteile durchlaufen eine Eingangsprüfung mit festen Stichproben-Plänen. Mehr zur Norm finden Sie beim Verband unter den IPC-A-610 Abnahmekriterien.

 

Leiterplattenbestückung heisst: elektronische Bauteile auf eine fertige Leiterplatte aufbringen, also Widerstände, Kondensatoren, ICs, Steckverbinder und Spulen. Der Schritt beginnt nach dem Layout-Entwurf und endet vor dem Gehäuse-Einbau. Wichtig ist die Abgrenzung zur Baugruppen-Montage, damit klar ist, wer was liefert. Mechanik, Verguss und Anschlüsse gehören hingegen meist zum nachgelagerten Montage-Schritt. Für Hersteller-Kunden bedeutet diese klare Aufgaben-Trennung zwischen EMS-Betrieb und eigenem Engineering vor allem eines: saubere Schnittstellen.

In der Praxis

Die Lötpaste ist in der Bestückung ein zentraler Faktor. Bleifreie Pasten nach RoHS sind in der Industrie-Elektronik Standard und laufen deshalb mit angepassten Reflow-Profilen. Wir achten auf saubere Lötmenisken, ein typisches Prüfkriterium nach IPC-A-610, und stimmen die Schablonen-Geometrie auf die Paste ab. Wer sehen will, wie das in der Praxis aussieht, findet bei uns Beispiele aus realen Aufträgen.

Moderne Bauformen verlangen allerdings mehr Sorgfalt bei Dosierung und Prüfung. Fine-Pitch-ICs brauchen eine exakt dosierte Paste. BGAs und QFNs tragen ihre Anschlüsse unter dem Gehäuse, sichtbar wird die Lötstelle erst per Röntgen-Inspektion, die im Ablauf nach dem Reflow-Ofen sitzt. Solche Bauteile verarbeiten wir regelmässig und setzen die passende Prüftechnik dafür ein.

Eine Bestückungslinie besteht aus Pasten-Drucker, Pick-and-Place-Bestücker und Reflow-Ofen. Zusammengehalten wird der Ablauf durch die Reflow-Profile, die Temperatur und Zeit für jede Baugruppe festlegen. Eine RoHS-Paste braucht dabei ein anderes Profil als bleihaltiges Lot. Wer diese Zusammenhänge kennt, erkennt Reflow-Fehler, bevor die Linie sie produziert, genau da unterstützen wir Sie.

Ein Schweizer EMS-Betrieb bietet kurze Wege: Ein Werks-Audit lässt sich in Stunden organisieren, nicht in Tagen. Die Qualität ist nach IPC-Klasse 2 oder 3 dokumentiert und nachvollziehbar, und in einem überschaubaren Betrieb bleiben die Abläufe für Sie als Auftraggeber transparent. Was uns von einem Asien-Betrieb unterscheidet, sind Antwortzeit, Sprache, Datenschutz und die direkte Kommunikation auf Augenhöhe. Das macht die Zusammenarbeit mit einem KMU-EMS-Betrieb aus.

Häufige Fragen

Der Preis hängt vor allem von Stückzahl, Komplexität und Bauteilen ab. Eine Kleinserie mit wenigen Bauteilen liegt beispielsweise bei einem anderen Stundensatz als eine grosse Serie mit vielen. Wer eine saubere Stückliste und ein fertigungsfreundliches Layout mitbringt, spart Aufwand und damit Kosten.

Die reine Bestückung dauert pro Baugruppe nämlich nur Sekunden: Pasten-Druck, Pick-and-Place und Reflow laufen schnell. Die gesamte Durchlaufzeit inklusive Material-Beschaffung und Test liegt meist bei 2 bis 6 Wochen; bei Prototypen mit Lagerbauteilen sind 5 bis 10 Tage realistisch. Der Engpass sitzt fast immer in der Bauteil-Beschaffung. Deshalb prüfen wir früh die Stückliste, markieren kritische Komponenten und schlagen Alternativ-Quellen vor, bevor der Auftrag in die Linie geht.

Klasse 3 ist Pflicht bei Medizintechnik, Luftfahrt-Elektronik und sicherheitskritischen Industrie-Anwendungen. Für Industrie- und Konsum-Elektronik reicht dagegen Klasse 2. Der Aufpreis für Klasse 3 liegt meist bei 10 bis 20 Prozent, durch zusätzliche Inspektionen und Dokumentation. Diese Entscheidung gehört in jeden Auftrags-Check, am besten schon vor der ersten Bestückung.

Passermarker sind kleine Referenz-Markierungen auf der Leiterplatte. Der Bestückautomat kalibriert nämlich an ihnen die exakte Position der Bauteile. Fehlen sie, landet eine SMD-Bestückung schnell einen Millimeter neben dem Pad, die Genauigkeit hängt also direkt an ihnen. Deshalb sollte schon im Layout feststehen, wo die Passermarker sitzen.

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