Electronic Manufacturing Services — Grundlagen, Verfahren, Prozesse
Electronic Manufacturing Services bei HORELEC: alles aus einer Hand
Die Elektronikfertigung besteht aus fünf grossen Disziplinen, die nahtlos ineinandergreifen müssen. Wer eine Baugruppe von Grund auf produzieren lässt, muss dafür normalerweise mehrere Lieferanten koordinieren: einen für die Layout-Beratung, einen für die Bauteil-Beschaffung, einen für die Bestückung, einen für die Qualitäts-Prüfung, einen für die Verkabelung. Genau diese Koordination übernimmt ein EMS-Betrieb für Sie. Bei HORELEC bündeln wir alle fünf Disziplinen unter einem Dach. Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen, wofür EMS Grundlagen stehen, welche Vorteile sich aus „alles aus einer Hand“ ergeben und wann das Outsourcing-Modell für Ihr KMU sinnvoll ist.
Was EMS bei uns konkret bedeutet
Vor der Produktion: Engineering und Material-Beschaffung
Bevor eine Baugruppe entsteht, klären wir zwei Fragen. Erstens, ob das Leiterplatten-Layout fertigungsfreundlich ist. Unser Engineering schaut sich Pad-Geometrie, Bauteil-Auswahl und Reflow-Tauglichkeit an und schlägt bei Bedarf Anpassungen vor, bevor die erste Schablone gefertigt wird. Zweitens, wie wir die nötigen Komponenten beschaffen. Wir arbeiten mit etablierten etablierten Komponenten-Distributoren zusammen, prüfen Verfügbarkeit und Lieferzeiten, schlagen Alternativen bei Engpässen vor und lagern die Bauteile in unserem Bauteil-Lager mit passenden Lager-Bedingungen ein, bis sie auf der Linie gebraucht werden. Gerade bei langen Lieferzeiten oder schwer verfügbaren Spezial-ICs ist diese Vorarbeit oft entscheidend für den späteren Produktions-Termin.
Electronic Manufacturing Services Grundlagen: die fünf Disziplinen unter einem Dach
Engineering, Materialwirtschaft, Bestückung, Prüfung, Kabelkonfektion, das sind die fünf Felder, die wir bei uns am Standort selbst abdecken. Sie als Auftraggeber haben damit einen einzigen Ansprechpartner für die gesamte Wertschöpfungskette. Das, was im Engineering entschieden wird, fliesst direkt in die Material-Beschaffung. Was in der Bestückung läuft, ist mit der Prüfung abgestimmt. Und auch was bei der Kabelkonfektion verbunden wird, kennt die Anforderungen der fertigen Baugruppe. Diese Disziplin-übergreifende Sicht entsteht nur, wenn alles unter einem Dach läuft. Wer mit fünf separaten Lieferanten arbeitet, hat genau diese Optimierungen nicht. Wenn Sie wissen möchten, welche Maschinen bei uns laufen, finden Sie eine ausführliche Übersicht in unserem Beitrag dazu.
Nach der Bestückung: Prüfung und Auslieferung
Eine bestückte Leiterplatte ist noch nicht fertig. Bei sicherheitskritischen Baugruppen prüfen wir die Lötstellen zusätzlich per Röntgen, bei elektrisch komplexen Baugruppen folgt ein End-Test nach Ihrer Vorgabe. Auch die Schutzlackierung der Platine gegen Feuchtigkeit oder Vibration läuft bei uns am Standort. Wo Kabel, Stecker oder ganze Kabelbäume gebraucht werden, fertigt unser Konfektions-Bereich die passenden Verbindungen. Am Ende bekommen Sie die Baugruppe verpackt und dokumentiert, samt vollständiger Qualitäts-Nachweis-Akte. Wie wir dabei die Elektronikfertigung energieeffizient halten, beschreiben wir in einem separaten Beitrag.
Warum EMS aus einer Hand einen Unterschied macht
Die meisten Werks-Probleme entstehen nicht innerhalb einer Disziplin, sondern an den Übergängen zwischen ihnen. Wenn das Engineering eine Bauteil-Toleranz festlegt, die Material-Beschaffung aber eine günstigere Alternative ohne Rücksprache nimmt, fällt das oft erst in der Inspektion auf. Wenn die Stückliste auf einen bestimmten Stecker hinweist, die Kabelkonfektion aber etwas anderes erhält, gibt es einen unnötigen Iterations-Schritt. Solche Schnittstellen-Probleme werden seltener, wenn die fünf Disziplinen in derselben Halle sitzen und sich gegenseitig kennen.
Konkret bedeutet das für Sie: Wir geben Ihnen eine Einschätzung zu Layout und Bauteilen, bevor die Schablone gefertigt wird. Wir melden uns frühzeitig, wenn ein bestellter Bauteil-Wert sich nicht gut beschaffen lässt. Wir sehen es während der Linie, wenn ein Lötprofil knirscht, und stoppen lieber einmal, statt eine ganze Serie nacharbeiten zu müssen. Und wir können bei einer späteren Auftrags-Skalierung mit Ihnen besprechen, wie wir vom Prototyp zur Serie skalieren, ohne dass Sie dafür einen neuen Lieferanten suchen müssen.
Wann sich Outsourcing an einen EMS-Betrieb lohnt, und wann nicht
Outsourcing an einen EMS-Betrieb lohnt sich, wenn Ihre Elektronikfertigung nicht zu Ihrer Kernkompetenz gehört. Wer ein neues medizintechnisches Gerät, einen industriellen Sensor oder ein spezialisiertes Mess-System auf den Markt bringt, sollte sich auf das eigene Produkt konzentrieren und nicht parallel eine Bestückungslinie aufbauen. Genau dann macht es Sinn, die Elektronikfertigung an einen erfahrenen EMS-Partner abzugeben. Auch wer bisher selbst gefertigt hat, aber bei wachsenden Stückzahlen an die eigenen Kapazitäts-Grenzen stösst, findet bei einem EMS-Betrieb eine flexible Erweiterung. Und wer eine schwankende Auftragslage hat, vermeidet die Festkosten einer eigenen Linie.
Weniger sinnvoll ist Outsourcing, wenn Ihre Stückzahlen sehr klein und sehr regelmässig sind und Sie ohnehin eine eigene Bestückungs-Erfahrung im Haus haben. Auch wer Millionen-Auflagen pro Monat plant, wird in der Regel auf grössere Anbieter im Ausland mit anderen Kostenstrukturen ausweichen. Wenn Sie unsicher sind, wo Ihr Projekt steht, schauen wir es uns gemeinsam an. Falls Sie sich vorher einlesen wollen, finden Sie auch fünf Fakten zum Prototypenbau und einen Trend-Beitrag dazu, wohin sich die Elektronikfertigung entwickelt.
Sprechen wir über Ihren EMS-Bedarf
Wir nehmen uns gerne Zeit, Ihr Projekt erst einmal zu verstehen, bevor wir eine Aussage zu Machbarkeit und Aufwand machen. Ein erstes Gespräch klärt meistens schon, ob unsere Werkstatt-Konfiguration und Ihre Anforderungen zusammenpassen. Senden Sie uns einfach eine kurze Projektbeschreibung oder rufen Sie an. Für den vollständigen Leistungsumfang finden Sie auf unsere EMS-Kompetenzen im Überblick eine Übersicht aller fünf Disziplinen.
Electronic Manufacturing Services im Detail
Prozess & Phasen
Welche Schritte umfasst ein EMS-Prozess?
Ein EMS-Prozess deckt fünf Disziplinen ab, die aufeinander aufbauen. Das Engineering legt zuerst die Fertigungs-Vorgaben fest, danach beschafft und lagert die Materialwirtschaft die Bauteile. Auf der SMT-Linie folgt die Bestückung der Baugruppe. Zum Schluss prüfen AOI, Röntgen und ein elektrischer Test das Ergebnis. Dieser Ablauf ist in der Branche weitgehend standardisiert, doch kleine und grosse Anbieter unterscheiden sich deutlich in der Ausführung.
Wie läuft ein EMS-Projekt von der Anfrage bis zur Lieferung?
Ein EMS-Projekt startet mit Ihrer Anfrage und endet mit der fertigen Baugruppe im Karton. Wir prüfen dazu erst Stückliste und Gerber-Paket auf Vollständigkeit, dann beschaffen wir das Material mit einem Verfügbarkeits-Check. Je nach Auftrag produzieren wir Prototyp, Vorserie oder Serie nach Ihrer Vorgabe. An den Schlüssel-Punkten binden wir Sie als Auftraggeber ein, weil Rückfragen früh weniger kosten als spät. Am Ende liefern wir die Baugruppe verpackt und dokumentiert aus.
Was gehört alles zur EMS-Wertschöpfungskette?
Die Wertschöpfung eines EMS-Betriebs reicht weit über die reine Bestückung hinaus. Dazu zählen Engineering und Layout-Beratung schon vor der Produktion. Auch Material-Beschaffung, Lager und Distributoren-Management fallen in den EMS-Bereich. Die eigentliche Bestückung deckt SMT und THT ab, dazu kommen Schutzlackierung, Kabelkonfektion und End-Tests. Weil alles zusammenläuft, bekommen Sie als Hersteller-Kunde die komplette Kette aus einer Hand.
Was bedeutet EMS eigentlich?
EMS steht für Electronic Manufacturing Services und beschreibt einen Dienstleister, der die Elektronikfertigung für andere Unternehmen übernimmt. Dazu gehören Bestückung, Prüfung und oft auch Engineering. Im Kern ist das eine Outsourcing-Lösung für Hersteller-Kunden, die nicht selbst fertigen wollen. Ein EMS-Betrieb unterscheidet sich vom reinen Komponenten-Hersteller dadurch, dass er fertige Baugruppen liefert statt einzelner Teile. Damit ist die Abgrenzung zur reinen Komponenten-Lieferung sauber gezogen.
In der Praxis
Warum ist die Layout-Beratung schon vor der Fertigung wichtig?
Ein fertigungsfreundliches Layout entscheidet oft über den Erfolg des ganzen Auftrags. Wir beraten Hersteller-Kunden früh bei der Frage, ob ihr Leiterplatten-Layout sauber umsetzbar ist. Wir schauen uns Pad-Geometrie, Bauteil-Auswahl und Reflow-Tauglichkeit an und schlagen bei Bedarf Alternativen vor, etwa wenn eine Komponente schwer beschaffbar oder teuer ist. Viele Probleme entstehen aus suboptimalen Layouts, die später niemand mehr ändern will. Ist die Bestückungslinie erst eingerichtet, wird jede Änderung aufwendig.
Wie kümmert sich ein EMS-Betrieb um Material und Lagerung?
Die Materialwirtschaft ist ein grosser Block in der Elektronikfertigung und oft unterschätzt. Wir beschaffen Komponenten bei etablierten Distributoren und prüfen dabei Verfügbarkeit, Lieferzeiten und Authentizität der Bauteile. Feuchteempfindliche Bauteile lagern wir unter passenden Bedingungen ein, bis sie auf der Linie gebraucht werden. Bestücken kann fast jeder, doch nicht jeder hat das Material- und Bauteil-Wissen für eine Medizintechnik-Baugruppe mit mehrmonatigen Lieferzeiten auf bestimmten ICs. Genau dieses Wissen zeichnet einen guten Dienstleister aus.
Wie wird die Qualität einer Baugruppe geprüft und dokumentiert?
Als Standard prüfen wir nach IPC-A-610, ergänzt durch eine lückenlose Dokumentation. AOI und Röntgen kontrollieren jede Lötstelle optisch, danach läuft ein elektrischer End-Test nach Ihrer Vorgabe. Dazu gehört ein Nachweis mit Foto-Protokoll, Stichproben-Plan und Bauteil-Rückverfolgbarkeit. Ein guter Ablauf umfasst nicht nur die Produktion, sondern auch den Qualitäts-Nachweis. Kunden aus Medizin, Avionik oder Bahn-Technik verlangen diese Dokumentation ohnehin ohne extra Nachfrage.
Was macht einen Schweizer EMS-Betrieb für KMU besonders?
Ein Schweizer Anbieter punktet vor allem mit kurzen Wegen und einfacher Zusammenarbeit. Die Antwortzeiten sind kürzer und ein Werks-Audit ist schnell organisiert. Dazu gilt Schweizer Recht, und Sprache wie Zeitzone liegen auf Augenhöhe. Betriebe wie HORELEC passen besonders gut zu KMU-Kunden, die schnelle Antworten und persönliche Kontakte wollen. Unsere Erfahrung stammt aus jahrzehntelanger Praxis und nicht aus dem Lehrbuch, was gerade für Schweizer Industriekunden zählt.
Häufige Fragen
Was bringt EMS einem KMU als Auftraggeber?
Als Auftraggeber müssen Sie mit einem EMS-Partner nicht selbst bestücken. Sie sparen sich damit Maschinen-Investitionen und eigenes Personal für die Elektronik-Fertigung. Stattdessen profitieren Sie vom Bauteil-Wissen eines spezialisierten Anbieters und können sich auf Ihr Kernprodukt konzentrieren. Für viele KMU ist dieses Outsourcing wirtschaftlicher als eine eigene Fertigung. Mehr zur Branchen-Verankerung finden Sie beim Schweizer MEM-Industrie-Verband.
Was kostet eine EMS-Dienstleistung?
Der Preis hängt von Stückzahl, Komplexität und Material ab, eine Pauschale gibt es nicht. Einrichtungskosten fallen je Programm einmalig an, die Material-Kosten sind dagegen variabel. Dazu kommen Stundensätze für Bestückung, Prüfung und Verpackung, bei Bedarf auch Engineering-Stunden. Eine EMS-Rechnung schwankt stark nach Auftragsart. Mit etwas Grundwissen können Sie sich aber eine erste Schätzung selbst machen.
Wie lange dauert ein typischer EMS-Auftrag?
Die Durchlaufzeit hängt vor allem von der Material-Verfügbarkeit ab. Standard-Bauteile brauchen 1 bis 2 Wochen in der Beschaffung, Spezial-Komponenten dagegen manchmal mehrere Monate. Die eigentliche Produktion läuft in 2 bis 5 Tagen. Damit liegen typische Auftrags-Zeiten bei 4 bis 8 Wochen. Wir planen mit Ihnen realistische Termine, basierend auf Erfahrung mit ähnlichen Aufträgen
Was ist der Unterschied zwischen EMS und CEM?
Beide Begriffe beschreiben Elektronikfertigung als Dienstleistung und meinen im Kern dasselbe. EMS für Electronic Manufacturing Services ist heute der gebräuchlichere Begriff. CEM steht für Contract Electronics Manufacturing und betont etwas stärker die Vertragsbeziehung. In der Praxis macht das keinen Unterschied, denn beide Modelle liefern fertige Baugruppen. Wer in der Schweiz oder im DACH-Raum sucht, findet beide Begriffe in Firmenprofilen und Stellenausschreibungen.
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